Autisten mit Zukunft




Autisten Klagenfurt

In Kärnten gibt es rund 5600 Menschen, die an Autismus leiden. Klothilde Gußger setzt sich für die Anliegen dieser Menschen ein. Die Obfrau des Vereins "Autisten mit Zukunft", verheiratet und Postbeamtin im Verteilerzentrum Villach, hat selbst ein autistisches Kind, den 14 Jahre alten Gottfried.


Wann wussten Sie, dass ihr Sohn Gottfried ein autistisches Kind ist?
Die Diagnose Autismus ist relativ schwierig. Nach einem Jahr merkte ich, dass es mit meinem Sohn Gottfried Probleme gibt. Seine Entwicklung war verzögert, er schrie viel und konnte nicht schlafen. Erst im vierten Lebensjahr erhielten wir die Diagnose „Atypischer Autismus“.

Was heißt das für eine Mutter allgemein gesehen – was für Sie persönlich betrachtet?
Nach dem ersten Schock war ich erleichtert. Endlich wusste ich warum mein Sohn Gottfried sich so auffällig verhielt. Danach bekam Gottfried optimale Förderung im AVS-Kindergarten Maierniggalpe. Er besucht zur Zeit die Heilstättenschule 2 in Klagenfurt. Seine Fortschritte sind gut, endlich kann er uns anlachen. Auch das musste er erst lernen.

Wie schaut das tägliche Leben als Mutter eines autistischen Kindes aus?
Unsere Autistischen Kinder können nicht vernetzend denken, ein Lernen aus Fehlern ist für sie unmöglich. Das pädagogische Angebot muss entsprechend strukturiert sein und immer auf die gleiche Art und Weise wiederholt werden. Charakteristisch sind mangelnder Blickkontakt, Sprachauffälligkeiten, stereotype Spielgewohnheiten. Überreizung und Verwirrung durch zu viele oder zu laute Sinneseindrücke. Das kann sich durch Schreien und Toben ausdrücken. Gedanken zu Ihrem und über Ihr Kind für die Zukunft. Freude kommt auf, wenn Gottfried uns anlächelt und wir fühlen können, dass er in unsere Welt eingetaucht ist und wir sehen, dass unser Sohn schon viele glückliche Phasen erlebt. Mein Sohn Gottfried braucht Hilfestellung in allen Alltagsroutinen. Aber die Belastung wird von großer, uneingeschränkter Liebe aufgehoben.

Muttertag aus Ihrer Sicht?
Muttertag. Da denke ich spontan an meine Mutti. Meine Mutti ist auch heute noch für mich und meine Familie da. Den Muttertag finde ich wichtig um alle Muttis einmal im Jahr offiziell zu würdigen. Mein Muttertag: Ich wünsche mir, dass mir mein Sohn (mit Unterstützung von Papa) rote Rosen überreicht, mich anlächelt, mich umarmt und mir ein Bussi gibt. Vielleicht wird Gottfried doch noch einmal Mama sagen …?!

Stichworte: Zweifel, Verzweiflung, Hoffnung, Freude, Belastung, Liebe, Gesellschaft, Kommunikation, Hilfe.
Verzweiflung versucht man nicht aufkommen zu lassen. Autistische Kinder lassen den Eltern auch wenig Zeit um Verzweiflung wahrzunehmen. Hoffnung kann und muss man immer haben sonst haben alle Bemühungen keinen Sinn. Ich muss immer das Gefühl haben, dass ich jeden einzelnen Tag meinem Kind, alles in meiner Macht Mögliche, an Liebe, Zeit und Therapien zukommen lasse.
Durch die Gründung unseres Vereins „Autisten mit Zukunft“ www.autismus-kaernten.at und damit verbundene Öffentlichkeitsarbeit hat sich die Gesellschaft sehr interessiert und positiv geäußert. Es ist uns gelungen die Problematik der autistischen Wahrnehmungsstörung in der Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Viele Eltern stehen aufgrund der Besonderheiten unserer autistischen Kinder an den Grenzen der Belastbarkeit. Ich möchte an unsere Mitmenschen appellieren solche Eltern autistischer Kinder nicht unnötig oder absichtlich zu diskriminieren.Nach vielen Bemühungen von HS2, SPZ, AVS, ZASPE, Integration Kärnten und vielen Therapeuten vom Inland und Ausland sowie unseren Familienmitgliedern und vielen Menschen, die uns mit unseren Besonderheiten annehmen - sind wir eine glückliche Familie! Ich bin stolz auf meinen Sohn, dass er trotz so vielen Schwierigkeiten seiner Wahrnehmung geschafft hat in unsere Welt zu kommen um mit uns glücklich zu sein.

Was erhoffen Sie sich für autistische Menschen durch die Arbeit des Vereins?
Wir träumen von einem Autisten-Bildungs-Zentrum mit betreutem Wohnen, Therapien auch nach dem 21. Lebensjahr und Tagesambulanz. Nur 20 autistische Kinder können im Moment über den Verein „Integration:Kärnten“ geförderte Therapie in Anspruch nehmen. Daher brauchen wir zusätzliche Therapiestunden und Ausbildungen für Eltern. Denn autistische Menschen ohne Unterstützung sind dazu verurteilt, ein menschenunwürdiges Leben zu leben.

Ihre Botschaft an Eltern mit autistischen Kindern?
Ein Spruch der mir sehr am Herzen liegt und mir sehr geholfen hat: Ich komme in eure Welt und werde ein Teil von ihr und führe euch Schritt für Schritt in unsere Welt dann haben wir ein Stück gemeinsame Welt (Dr. Muchitsch Elvira).

Autisten Klagenfurt Autisten Klagenfurt

Eltern autistischer Kinder in Kärnten haben sich zu einer Initiative zusammengeschlossen, um für ihre Kinder die bestmöglichste Förderung zu erreichen und ihre Vision von einem „Autistenbildungszentrum“ zu verwirklichen.

Daher bitten wir Sie, uns mit Ihrer Unterstützung dabei zu helfen. Wir danken Ihnen recht herzlich für Ihr Verständnis, ihr Mitgefühl und ihre Hilfsbereitschaft um für unsere autistischen Kinder in Kärnten eine Perspektive zu schaffen.


Spendenkonto:

HYPO Alpe Adria Bank
Blz: 52000
Kto. Nr: 3530000


Vielen Dank!